Die Irrtümer der libertären No-Billag-Befürworter

Politblog

Auch Menschen, die kein Rätoromanisch sprechen, können es gut finden, dass es Sendungen in dieser Sprache gibt: Ein Reporter des rätoromanischen Schweizer Fernsehens zeichnet einen Beitrag auf. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Es gibt Formeln, die mathematisch aufgehen und am Ende trotzdem ein falsches Ergebnis ausspucken. Ein Beispiel dafür liefern die libertären Befürworter der No-Billag-Initiative. Ihre vordergründig einleuchtende Rechnung geht so: Wenn sich eine klare Mehrheit im Land ein starkes Fernseh- und Radioprogramm wünscht, kann man die Billag-Gebühr getrost abschaffen. Wenn deren Unterstützer nachher alle ein Pay-TV-Abo lösen, für gleich viel oder sogar weniger Geld, ist ein privatisiertes SRF überlebensfähig.

Hochwertiges Fernsehen, für das niemand zu zahlen gezwungen wird: Ist doch prima? Wird aber nicht eintreffen. Und zwar wegen Leuten wie mir.

Leben mit Widersprüchen

Ich werde die No-Billag-Initiative ablehnen. Wird sie aber angenommen, werde ich kein Pay-TV abonnieren, weder für ein privatisiertes SRF noch für einen anderen Kanal. Der Grund ist einfach: Ich schaue privat kein Fernsehen und höre kein Radio. SRF und Co. nutze ich für meine journalistische Arbeit, in meiner Freizeit bleibe ich begeisterter Zeitungsleser. Trotzdem votiere ich für den Fortbestand meiner Gebührenpflicht.

Ich fahre übrigens auch nicht Auto. Und habe dieses Frühjahr doch für den Strassenfonds NAF gestimmt. Ich bin eher knickrig mit Spenden an Hilfswerke. Und gleichzeitig Befürworter eines gut ausgebauten Sozialstaats und grosszügiger Entwicklungshilfe. Ich lebe noch viele solcher Widersprüche, und ich bin in guter Gesellschaft damit. Der öffentliche Verkehr etwa wird von viel mehr Menschen politisch unterstützt als effektiv genutzt.

Es sei damit wie mit der persönlichen Fitness, ätzte ein genervter SVP-Bundesrat Christoph Blocher vor über zwölf Jahren: «Man kauft sich aus einem schlechten Gewissen heraus ein Abo für den Fitnessclub und lässt es dann im Kasten liegen.» Blocher drückte damit die Ratlosigkeit von seinesgleichen aus: Warum befürwortet eine Mehrheit die öffentliche Finanzierung von Dingen, die sie privat verschmäht? Warum weist sie die libertäre Vision einer Welt des «freiwilligen Tausches» zurück, wo der Staat nichts anbietet und nichts wegnimmt, wo aber für den Einzelnen alles käuflich erhältlich ist?

Es geht um Verlässlichkeit

Die Antwort ist eigentlich eine kapitalistische. Es gibt ein Gut, das die Libertären mit ihrer Vision nicht anbieten können: Vertrauen, das Gefühl von Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, Geborgenheit. Auch wenn ich nicht mit dem Postauto nach Cumpadials GR fahre, weiss ich, dass ich es könnte – und bin froh, dass es die Bewohner von Cumpadials können. Ich begrüsse auch, dass ein Fernsehkanal Menschen, Themen und Regionen abbildet, die anderswo nicht vorkommen. Ich gehe davon aus, dass SRF, versorgt mit öffentlichem Geld und öffentlichem Auftrag, dies leisten kann.

Ein privatisierter Nachfolger wollte und könnte es vielleicht ebenfalls, vielleicht auch nicht. Womöglich gelänge es ihm im einen Jahr, im nächsten nicht mehr. Der Gedanke jedenfalls, aus Solidarität etwa mit vernachlässigten Regionen Pay-TV zu abonnieren, schiene mir skurril. Die Gewissheit, mit meinem Geld eine verlässliche Grundabdeckung im Land zu finanzieren, wäre dahin. So denke ich, so werden am Abstimmungssonntag vom 4. März viele denken.

Die Libertären mögen da über fehlenden Wagemut klagen, mögen mit ihren ökonomischen Theorien hausieren, die uns entstaatlichte Welten voller Fortschritt und Effizienz verheissen. Sie übersehen, dass Beständiges und Verlässliches für viele Menschen vor allem eines bedeutet, das sie nicht gegen Abenteuer eintauschen wollen: Lebensqualität, für sich und für andere.

159 Kommentare zu «Die Irrtümer der libertären No-Billag-Befürworter»

  • Martin Frey sagt:

    Pflichte dem Autoren bei, sehe es grundsätzlich ähnlich. Da die Vorlage letztendlich zu einem Plebiszit über die Landesversorgung und den nationalen Zusammenhalt hochstilisiert wird, fallen dabei andere Argumente und weiterhin bestehende Kritikpunkte an der SRG einerseits, sowie an den Gebührenplänen andererseits, doch etwas zurück. Und dann dürfte es auch reichen, dass die Vorlage abgelehnt wird.
    Die SRG wird darauf weitergurken wie bisher, die zwangsweise Doppel- und Dreifachbelastungen für KMU werden weiter Bestand haben, und wir werden eines der international teuersten, staatsnahen, mit über 100 Sendegefässen völlig unkontrolliert ausufernden Rundfunkgesellschaften weiterhin zwangsmitfinanzieren.
    Ich werde wohl Nein stimmen, aber zusätzlich Medikamente für den Magen nehmen müssen.

    • Paul Levi sagt:

      Das zeigt ja nur, dass man solche Kritikpunkte nicht mit einer Initiative angehen kann. Mit nur einem Ja alles zerstören oder ein Nein weiter so, kann man die Problematik nicht lösen.
      Ganz gefährlich sind da die Protestwähler, die eigentlich nicht für die Abschaffung sind, aber denen dort oben eines Auswischen wollen.

      • Martin Frey sagt:

        „Ganz gefährlich sind da die Protestwähler, die eigentlich nicht für die Abschaffung sind, aber denen dort oben eines Auswischen wollen.“

        Einverstanden, da kommt auch einiges zusammen. Daher wohl auch die Nervosität der SRG wie auch der nahestehenden Kreise. Aber es wäre halt schon auch sehr geholfen, wenn es vor der Abstimmung noch ein starkes Zeichen gäbe, dass die SRG wie auch eben die nahestehenden Kreise die Kritiker, die durchaus (und anders als im Text dargestellt) heterogen zusammengesetzt sind und teils gute Argumente haben, endlich ernst nehmen würde.
        Die Protestwähler sind dann eine Gefahr, wenn diese den Eindruck erhalten, dass sich nach der Abstimmung sowieso nichts ändern und die SRG in den alten courant normal zurückfallen würde.

      • Serge Mueller sagt:

        @Levi: Umso unverständlicher ist, dass die Politik es ja offenbar nicht für nötig erachtet hat, einen halbwegs gescheiten Gegenvorschlag auszuarbeiten. Eine kolossale Dummheit, leider nicht das erste Mal.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich habe nichts gegen ein staatlich finanziertes Fernsehen, aber dieses soll, wie andere Ausgaben auch, über allgemeine Steuern, bemessen nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, finanziert werden. Oder die Finanzierung auf die Nutzer verteilt. Aber zu einer Kopfsteuer, pro Haushalt und pro Unternehmen, die jeder bezahlen muss, ob er das Angebot nutzen will oder nicht, sage ich nicht ja. Nicht aus Protest, sondern weil dies meinem Rechtsempfinden widerspricht. Denn ein „Staatsfernsehen“ ist es auch, wenn die Gebühren dafür von jedem mit einer von der Steuerrechnung getrennten Rechnung eingezogen werden.

        • Anja Müller sagt:

          @Anh Toàn: Ja, eine Finanzierung über die normalen, progressiven Steuern wäre gerechter als eine Kopfgebühr. Zu so einem Wechsel würde ich sofort Ja stimmen. „No Billag“ würde aber dem Staat jegliche Subventionierung von Radio und Fernsehen verbieten. D.h. da könnte nicht einfach das Finanzierungsmodell geändert werden, sondern die Finanzierung durch den Staat wäre ganz und gar verboten.

        • Martin Frey sagt:

          „Nicht aus Protest, sondern weil dies meinem Rechtsempfinden widerspricht.„
          Das ist richtig AT. Dasselbe gilt in meinen Augen für den unsäglichen Umstand, dass KMU ebenso völlig unbesehen, ob überhaupt ein Angebot genutzt wird, ebenso pauschal abgeschöpft werden. Die Betroffenen damit gleich zweimal bezahlen für etwas, was sie vielleicht gar nie nutzen.
          Wie gesagt, darum geht es leider nicht. Sondern nur um die Frage: wollen wir den Status Quo, oder eine Fernsehlandschaft bestehend aus 3+ und Teleblocher?
          Wo ich keine Illusionen habe: die SRG ist kaum von aussen demokratisch zu verändern, wie Urs das propagiert. Wüsste nicht, wie das funktionieren sollte, das System scheint ziemlich immun. Was wohl mit ein Grund dafür ist, dass viele Leute ‚auf den Schlauch‘ stehen wollen.

          • Klaus Bonanomi sagt:

            Jedes Unternehmen zahlt Unternehmenssteuern, obwohl seine Angestellten auch als BürgerInnen bereits Steuern bezahlen. Diese „Doppelbesteuerung“ ist normal und sinnvoll, weil sowohl die Angestellten/BürgerInnen wie auch die Unternehmen direkt oder indirekt von der von ihnen mitfinanzierten Grundversorgung profitieren – stabiles Justizsystem, gutes Bildungswesen, und eine gute (auch mediale) Infrastruktur!

          • Martin Frey sagt:

            Das ist nun natürlich kompletter Nonsens, Herr Bonanomi. Was wir hier diskutieren, hat weder mit staatlichen Kernaufgaben noch mit Unternehmenssteuern auch nur ansatzweise zu tun. Die SRG ist weder Feuerwehr, Schulen noch Polizei. Sie ist nicht mal staatlich, wie uns an dieser Stelle unlängst dargelegt wurde.
            Oder sind Sie gezwungen, ein GA der SBB zu kaufen, wenn Sie das nicht brauchen? Ein Jahresabonnement der Swisscom, wenn Sie bei Sunrise sind?
            Sei es als KMU, oder als Privatperson, das wäre in jedem Fall absurd.

          • Anh Toàn sagt:

            @Anja Müller und Martin Frey:

            Wegen dieser No Billag Inititive wurde die Billaggebühren neu gestaltet: Vorher musste man kein Fernsehen bezahlen, wenn man kein geraät besass und keine Software installiert hatte, welche es erlaubte, das SRF Programm vollständig über Internet zu sehen, Nur die Radiokonzession musste wirklich fast jeder Haushalt zahlen: Die Billag hat dies zwar in deren Kommunikation (auf Webseite und Briefen etc.) immer bestritten, verlangte man aber eine anfechtbare Verfügung, haben sie aufgegeben.

            Jetzt wurde das Gesetz geändert: Alle müssen zahlen und die Unternehmen doppelt, damit es für die Befürworter billiger wird. Hey, es wird sogar billiger, weil jetzt auch die zahlen müssen, die das Angebot nicht nutzen. Ganz billiges „Buebetrickli“, darum: So nicht!

          • Martin Frey sagt:

            Genau, AT. Dies ‚Buebetrickli‘ zu nennen ist noch ziemlich anständig, finde ich.
            Aber ich denke nicht, dass das eine Folge der no billig Vorlage war, sondern war es nicht eher umgekehrt? War dies nicht damals bei der hauchdünn gewonnenen RTVG Vorlage (der erste Warnschuss vor den Bug der SRG) bereits schon geplant?

          • Sportpapi sagt:

            Ich gehe davon aus, dass eine Kopfsteuer sehr viel einfacher zu handeln ist als bei jedem einzel zu überprüfen, ob jetzt eine Fernsehapp auf dem Smartphone installiert ist oder nicht. Die Zeiten, da man in der guten Stube kontrollieren konnte, ob da ein Fernseher steht, sind ja vorbei.
            Und einfacher bedeutet für mich auch billiger. Tatsächlich ist es stossend, wie viel Geld benötigt wird, um eine einfache Gebühr einzuziehen.
            Dass die Firmen nun auch zahlen, halte ich grundsätzlich für richtig.

    • urs sagt:

      Wenn man das Plebiszit so gestaltet, kommt es halt auch so hochstilisiert daher. Die Kritikpunkte (und ich hätte und habe auch etliche) können wir grundsätzlich ebenso mit demokratischen Mittel anbringen. Oder noch besser (wenn auch suboptimal). Werde Mitglied bei der SRG und versuche mitzubestimmen (zugegeben, eine extrem mühsame Struktur).

    • Adrian Schlumpf sagt:

      Die SRG SSR sagt allen, wer die Schweiz ist. Wir sollten sie unter Heimatschutz stellen. Sie ist ein Traditionsunternehmen, das der Vielfalt unseres Landes gerecht wird. Als solches kommuniziert sie vielfältige, ausgewogene und auf unser Land zugeschnittene Inhalte mit einem fein austarierten akustischen und visuellen Qualitäts-Design, das kontinuierlich unseren Lebensstil und unsere Werte (gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische, kulturelle etc.) reflektiert. Damit stiftet sie womöglich den wichtigsten Identifikationsbeitrag für unser Land. Wer Radio oder TV SRF einschaltet fühlt sich daheim. Dieses absolut schweizerische Gefühl können die Privaten nicht liefern. Die SRG SSR ist ein unverzichtbarer Teil unserer Schweizer Kultur, gibt der Schweiz ein Gesicht, und dafür zahle ich.

  • Reto sagt:

    Durchaus verständlich. Doch wer Beständig- und Verlässlichkeit an Radio und Fernsehen festmacht, macht einen Denkfehler. Auch der SRG ist längst klar, dass ihre angestammten Medienkanäle keine Zukunft haben. Im Internet wachsen darf die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft aber nicht. Sind lebenserhaltende Massnahmen für einen todgeweihten Verein richtig? Das ist die Frage.

    • Martin Berlinger sagt:

      Ich denke, es wird noch sehr lange Radio und Fernsehen geben, auch wenn andere Informationskanäle zunehmen. „Todgeweiht“ ist eine Behauptung, die mindestens für die nahe Zukunft nicht stimmt.

    • Elmar Scherrer sagt:

      Jein.
      Bei den Jungen ist die Tendenz sehr deutlich. Jedoch werden SRG-Inhalte offenbar immer noch gerne online und zeitversetzt konsumiert. Bei den Älteren ist die Tendenz zu weniger Fernsehen nicht allzu stark ausgeprägt.
      Nur: schafft man die SRG mit der No-Billag-Initiative komplett ab, gibt es auch keine Möglichkeit einer Transformation und Redimensionierung. Ich hoffe, Jungparteien (aus welcher pol. Ecke ist eigentlich egal) lancieren nach der abgelehnten No-Billag-Initiative eine Redimensionierungsinitiative o.ä.. Damit könnte die Bevölkerung ausdrücken, ob sie eine kleinere SRG wünscht oder nicht. Im März Ja zu stimmen, um dies auszudrücken, ist brandgefährlich, denn bei Annahme ist das Thema ohnehin erledigt: es gibt dann gar nichts mehr. Ich finde das wäre ein ziemlicher Verlust.

  • Ivo sagt:

    Es gibt aber nicht nur libertäre Argument für die No-Billag Initiative.
    z.B. Gerechtigkeit.
    Ist es nicht ungerecht, wenn privatrechtliche Medien mit einem schrumpfenden Werbekuchen leben müssen, währen die öffentlichrechtlichen wegen der Zunahme der Haushalte (Zuwanderung, aber auch immer mehr Einzelhaushalte) immer mehr Geld bekommen.
    Vielleicht hat die SRG auch deshalb noch nicht wirklich realisiert, dass ihre Relevanz wegen Internet und Streaming sinkt.

    • Ueli sagt:

      das ist eigentlich kein Argument für die No-Billag-Initiative, sondern für eine engagierte Diskussion um die Zukunft der SRG (genau wie der Post von Martin Frey um 10.28h).
      Hoffentlich wird diese unsinnige Initiative abgelehnt – aber dann erwarte ich von allen politische Akteuren eine Lösung für dieses „aber die SRG macht das falsche Programm“ oder „aber 365 sfr/a sind zuviel“ und „die SRG ist nicht auf die Zukunft vorbereitet“.

      • Daniel Meier sagt:

        Ihre Erwartung in allen Ehren, aber genau DAS mit der engagierten Diskussion können Sie nach der Abstimmung vergessen, je deutlicher das Nein ausfallen wird, je mehr wird genau mit dem Totschlagsargument „Das Volk hat ja so entschieden“ jegliche Diskussion im Keime erstickt werden. Auch ohne politische Gräben aufzureissen: Wenn eine „rechte“ Abstimmungsniederlage stattfindet, ist dies immer das Argument, bei „linken“ Niederlagen heisst es dann immer „“Aber 3X% stimmten uns zu, wir verlangen, dass man da jetzt Rücksicht nimmt darauf“. Wollen wir wetten, dass es leider auch dieses Mal so rauskommt? Darum No Billag, denn sonst wird es nie eine Diskussion über die SRG (oder wie sie gerade heisst nach x Namenswechseln, wofür ja anscheinend auch immer Geld vorhanden ist…) geben!

        • Peter Kauer sagt:

          Dieser Argumentationsstil ist beiden Seiten geläufig. Es ist auch durchaus legitim zu differenzieren und anschliessend zu analysieren weshalb der Wähler sich für eine Seite entschieden hat.

    • Manuel Meiendorf sagt:

      auch im Internet brauchen wir guten Journalismus. Und das kostet. Ich stimme zu: die SRG soll nicht auf traditionelle Radio- und Fernsehkanäle beschränkt werden, sondern auch online die Menschen erreichen. Deshalb Nein zu No Billag.

      • Pedro Cadru sagt:

        @Meindorf: Einverstanden: „auch im Internet brauchen wir guten Journalismus“. Genau den bietet aber die SRG nicht.

        @Renz: Ich darf bestätigen, dass ihre Argumentationslinie ist wirklich nicht libertär ist. Vielmehr argumentieren Sie national und konservativ. Ich hoffe, Sie fühlen sich in dieser Ecke recht wohl!

  • Ralf Schrader sagt:

    Warum immer diese um viele Ecken argumentierenden Kommentare bei so einem einfachen Thema. Jeder Staat braucht mindestens ein Medium, welches autorisiert ist, für diesen Staat zu sprechen. Ein privates Medium, ein Medium mit Werbefinanzierung oder einem Gebührenmodell geniesst dafür keine ausreichende moralische Integrität.

    An einen ÖR sind drei Grundforderungen zu stellen:

    1. Vollständige Werbefreiheit.
    2. Vollständige Steuerfinanzierung, keine Gebühren.
    3. Keine Unterhaltung, welche nicht Teil der schweizerischen Nationalkultur ist. Also keine dazu gekauften ausländischen oder imitierte Formate.

    Wenn die SRG nicht dazu modifiziert werden kann, gehört sie liquidiert. So wie jetzt ist diese Gesellschaft zu niveaulos, zu teuer und fehlfinanziert.

    • Gerhard Engler sagt:

      Sind Fussball, Tennis und Hockey schweizerische Nationalkultur? Meines Wissens stammen diese Sportarten aus dem angelsächsischen Raum.

      • Ralf Schrader sagt:

        Wenn es in einer Sportart eine schweizerische Nationalmannschaft gibt, gehört die zur Nationalkultur. Pingelig muss man nicht sein. Aber eine deutsche Telenovela gehört sicher nicht dazu.

        • Pedro Cadru sagt:

          Es gibt keine schweizerische Nationalkultur; es gibt nur enorm diverse freie Individuen, die in diesem Land leben, die sich vom Staat politisch gar nichts vorschreiben, vorbeten oder vorlesen lassen müssen. Die Bürger machen den Staat aus; dieser, und seine Organe haben deshalb die Bürger nicht zu beeinflussen!

          Der Staat braucht kein eigenes Medium, wozu auch? Er muss höchstens in grossen Krisen auf bestehende Medien greifen können.

        • Gerhard Engler sagt:

          Der Begriff „Nationalmannschaft“ ist nicht gesetzlich geschützt. Es gitb auch eine Schweizer Nationalmannschaft für Kickboxen. Gehört das auch zur Nationalkultur? Ich kann morgen eine schweizerische Sumo-Ringer-Nationalmannschaft gründen.

    • Werner K. Rüegger sagt:

      Dem kann zu 100% zustimmen. Danke!

    • Manuel Meiendorf sagt:

      Sie wollen die SRG als ein Medium installieren, das aus den Steuern finanziert für den Staat spricht, oder sie liquidieren? Eher merkwürdige Argumentation. Ich will ein unabhängiges Medium, das kritisch über Staat, Wirtschaft und Gesellschaft berichtet. Eben einen richtigen Service public. Und dafür zahle ich gerne Gebühren.

      • Ralf Schrader sagt:

        Unabhängige Medien gibt es zur Genüge, da muss die SRG sich nicht einreihen. Service publique ist ein Mogelbegriff den man jenseits der Schweiz nicht kennt. Es gibt entweder hoheitliche oder gewerbliche Aufgaben. Die der SRG beziehen sich z.T. auf Verfassungstext und sind damit hoheitlich, ergo aus Steuern zu finanzieren.

        Teil- oder völlig unabhängige Medien sind gewerblicher Natur und müssen sehen, wie sie an ihr Geld kommen. Von mir bekommen die nichts, denn ich habe seit es die gibt, alle privaten Medien aus den Favoritenlisten entfernt. Allerdings alle hoheitlichen Sender mit Werbung ebenfalls. Die TV- Stationen der SRG existieren für mich nicht, aber das Radio geht so, ist aber nicht überzeugend.

    • Franziskus Mehl sagt:

      danke, exakt so ist es.
      Nun, was stimmen wir ab?

      • Elmar Scherrer sagt:

        Nein sollten wir stimmen.
        Und danach können diejenigen, die gerne weniger hätten aber trotzdem noch etwas, eine neue Initiative lancieren, da das Parlament ja am Status Quo festhält (wobei ja immerhin die Gebühren um ca. 15% sinken werden, ist ja auch schon etwas).

      • Ralf Schrader sagt:

        Über eine Mogelpackung. Wenn man konsequent ist, muss man die Initiative auch dann annehmen, wenn man im Grundsatz pro SRG eingestellt ist. Denn mit Werbung und mit Gebühren ist diese Anstalt vollständig indiskutabel.

    • Leser sagt:

      Was jetzt ist das SRF unabhängig und neutral oder spricht es für den Staat?
      Werdet euch selber mal klar ob A oder B liebe Billag-Befürworter bevor ihr wieder unlogischen Unsinn verzapft…

    • Philipp Imhof sagt:

      Vollständige Werbefreiheit. Also die SRG soll nichts tun dürfen, um ihren Finanzbedarf neben den Gebühren zu decken, damit diese Gebühren möglichst hoch ausfallen?

      Vollständige Steuerfinanzierung, keine Gebühren. Wieso? Ausser der möglichen Entlastung kleinerer Einkommen sehe ich nicht, inwiefern Steuern besser wären als Gebühren.

      Keine Unterhaltung, welche nicht Teil der schweizerischen Nationalkultur ist. Also keine dazu gekauften ausländischen oder imitierte Formate. D.h. die Schweizer sollen mit ihren Steuern die SRG finanzieren, aber diese soll auf keinen Fall Sendungen anbieten, die den Schweizern gefallen? Die Einschaltquoten zeigen, dass diese ausländischen Formate bei den Zuschauern gut ankommen. Ob uns das passt oder nicht.

  • A. Koch sagt:

    Habe nichts gegen die SRG per se, aber die Billag ist mMn eine unsoziale Steuer mit der eine zu fett gewordene SRG durchgemästet wird. Die SRG/entspr. Medienoutlets sollte mittels Bundesgeldern (via zusätzl. Bundessteuer) mitfinanziert werden (ca. 25% er jetztigen Billag-Einnahmen) und den Rest via Eigenwerbung finanzieren. Das würde 50% der Bevölkerung finanziell signifikant entlasten und wäre somit wirtschaftsfördernd, da das Geld für „besseres“ ausgegeben/investiert werden könnte. 1 SRG Sender pro Sprachraum (D/F/I) mit Schwerpunkt Information/News/Wetter/Sport/Kultur würde bei weitem reichen. SRF 2 mit Unterhaltung et al. zum abonnieren oder via Werbung finanzieren. Mit dem status quo bin ich jedenfalls nicht zufrieden.

  • Beat Schenker sagt:

    Da stimme ich vollkommen mit Ihnen überein. Allerdings ich bin täglicher Benutzer von Nachrichten und fast den ganzen Tag Radio.
    TSI bringt täglich Regionale Nachrichten das beinhaltet auch den Italienisch Sprechenden Teil von Graubünden, damit nicht gerade um die Hausecke.
    Bei einer Annahme würde ich das alles Verlieren, denn ein ABO für diesen Aufwand dürfte zu Teuer werden.
    Alternative Sender gibt es nicht, das einzige TV/Radio hängt aber auch an der Billag Finanzierung

  • Hansli sagt:

    Ist bei mir genauso. Mein SRF-Konsum beschränkt sich auf ca. 1 mal pro Monat Tagesschau und ich werde Nein stimmen. Die Gründe hat Herr Renz genannt.

  • Fragezeichen sagt:

    Das private Sender nicht alles übernehmen können/wollen, was SRF mit dem Service public abdeckt/abdecken sollte, ist ja klar. Wenn sich aber SRF in der Hauptsache darauf konzentrieren w ü r de , bliebe einiges an Geld übrig um das auch bei extrem gekürzten Budget noch gefahrlos anbieten zu können – Sparpotential ist/wäre genügend da

  • John Stewart sagt:

    Interessant, dass Herr Renz in seiner Breitseite gegen ominoese ‚Libertaere‘ gaenzlich auslaesst, dass in den meist mit Libertarianism assoziierten Vereinigten Staaten ein flaechendeckendes und hoch-qualitatives Netz von ‚National Public Radio‘ (NPR) existiert, inkl. TV-Stationen. Dies ohne direkte Bezuschussung seitens des Staates, ganz zu schweigen von Zwangsmassnahmen! Stattdessen kann man Mitglied werden oder bei den regelmaessig durchgefuehrten Fund-Drives direkt an die Sender-Organisationen spenden und ihr Program aktiv und direkt unterstuetzen. FREIWILLIG. Auch Firmen unterstuetzen Programme direkt, welche dann als Sponsoren gelistet werden. Und dass nicht 5 Mal als Werbeunterbruch mitten in der Sendung, sondern jeweils ganz am Anfang und Ende. Funktioniert also durchaus!

    • Emil Eugster sagt:

      NPR ist mit Spenden, Merchandising, Sponsoring und etwas Bundesgeld (also vom Staat) finanziert.
      Werden Spenden und Zuwendungen etwas kleiner fallen gleich viele Sender weg.
      In Wikipedia steht dazu:
      „Im Verhältnis zum Finanzierungsplan von 2014 büßte NPR lediglich 1 Prozent seiner Gesamtfinanzierung ein. Jedoch wären die zahlreichen regionalen und lokalen NPR-Partner im ländlichen Amerika teilweise so stark betroffen, dass einige ihren Sendebetrieb einstellen müssten. Sie versorgen vor allem unterprivilegierte Hörergruppen mit nicht-kommerziellen Programmen und finanzieren sich zu 40 bis 50 Prozent aus Mitteln der CPB.“
      Sprich: Gegenden mit Mittelstand behalten ihre Sender. Arme Gegenden, wo die Menschen nicht spenden können, verlieren die Sender.

    • Manuel Meiendorf sagt:

      sorry, das ist falsch. NPR (und PBS) in den USA bekommen fast 500 Millionen US Dollar aus dem Staatshaushalt pro Jahr. Das ist für ein Riesenland wie die USA dennoch wenig, weshalb die Sender auf Spenden angewiesen sind. Leider sind beide Sender trotz einiger toller Sendungen in der Mediennutzung relativ unwichtig. Das bekommt man halt, wenn man einen Service public auf ein Nischenprogramm zurechtspart: Service ohne public.

      • Johnn Stewart sagt:

        @Meiendorf: Nein, ist nicht falsch. NPR/PBS bekommen keine staatlichen Finanzierungen! Grants sind nicht vergleichbar mit staatlichem Budget, weil man sie immer wieder beantragen muss und keine Garantie beinhalten, diese staatliche Unterstuetzung auch zu erhalten!
        Was die Wichtigkeit angeht, so biegen Sie auch hier die Realitaet Ihrer Ideologie zurecht. NPR/PBS sind angesehene Sender!

        • Manuel Meiendorf sagt:

          sorry, ist falsch. Jedes Jahr fliessen vom Staat fast 500 Millionen an die Corporation for Public Broadcasting, welche NPR und PBS zahlt. Ich habe im US-Mediensektor gearbeitet und kenn mich dort aus. Woher beziehen Sie Ihre falsche Information?
          Zudem: die 500 Millionen sind so wenig, dass sie auf Spenden (auch von grossen Stiftungen) angewiesen sind. Diese Spenden- und Mäzenenkultur gibt es in der Schweiz nicht. Sogar damit haben die beiden Sender aber ein sehr eingeschränktes Budget und können nur ein Minimalprogramm machen. Und zwar fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ist ein Service sans public wirklich unser Ziel?

      • John Stewart sagt:

        @Meiendorf: Etwas anderes faellt in Ihrer Argumentation auf, wenn wir ihre 500 Millionen Zahl mal so hinnehmen wuerden: Damit decken NPR/PBS fast einen ganzen Kontinent flaechendeckend und mit guten Angeboten ab, waehrend die SRG fuer die im Vergleich absolute Mini-Schweiz fast 2 Milliarden braucht!!

  • Hans Hasler sagt:

    Für einige mag die blosse Existenz der SRG ja wie beschrieben „Vertrauen, das Gefühl von Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, Geborgenheit“ geben.
    Ich wüsste ehrlich gesagt nicht wieso dieses Gefühl entsteht. Wer Print-Anhänger is,t muss eben feststellen, dass es zu einer zunehmenden Verarmung verbunden mit einer nur noch oberflächlichen Vielfalt kommt. Die SRG ist da schlicht keine Alternative und sie konkurrenziert erst noch – und das ohne irgend eine Not.
    Die SRG gibt nunmal nicht allen das Gefühlt der Verlässichkeit und Geborgenheit! Es ist ein Irrtum des Autors, dieses Gefühl dem Volk einfach generell zu unterstellen.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    also mit verlaub. ich hab‘ jetzt keinen bock mehr die srg-schleichwerbung jeden tag bis zur abstimmung zu kommentieren. mein „ja“ zur initiative ist sicher und dann schauen wir mal.

    • Emil Eugster sagt:

      Sie wollen sich vor Argumenten schützen, die sie vielleicht umstimmen könnten. Warum?

      • Leser sagt:

        Argumente? Welche den?
        Ich sehe vorallem viel hohle Phrasen und widersprüchliche bis unlogische Aussagen der Billag-Verteidiger. Und die öden wirklich langsam an – vorallem wenn sie über ein inexistentes „BlocherTV“ schreiben (der Videoblog der hier dauernd als völlig unpassender Vergleich herangezogen wird heisst nämlich Teleblocher)

    • Röschu sagt:

      „ich hab‘ jetzt keinen bock mehr die srg-schleichwerbung jeden tag bis zur abstimmung zu kommentieren. “
      Dann lassen sie es doch einfach. Ihr Narzissmus lässt das aber vermutlich nicht zu…

  • Roland K. Moser sagt:

    Man könnte den Artikel so verstehen, dass alle Befürworter libertär sind. Dann wären aber auch alle Gegner Befürworter eines sozialistischen Regimes.

    Und ich bin Befürworter von No-Billag, aber sicher kein Libertärer oder kein Feudalist.

  • Michael Studer sagt:

    Ich drehe jetzt einfach mal das Argument um. Wieso verstaatlichen wir zB die Telekomunternehmen nicht einfach wieder? Die PTT war doch zuverlässig und hat viele Jobs geboten – war einfach ein wenig teuer und nicht sehr innovativ. Oder der Flugverkehr? Sollten wir nicht sicherstellen, dass eine nationale Airline Zürich (und Genf und Lugano!) immer mit New York (dem Wirtschaftszentrum der USA!) verbindet, denn ich fliege da zwar nicht direkt hin (weil zu teuer!), aber ich bin froh, dass ein Tessiner das könnte! Sie sagen: Das brauchts nicht, weil das der Markt regelt? Und beim TV kanns der Markt nicht regeln? Und wieso nicht? Und wieso wäre das so schlimm? Sie sehen, man findet für jede Verstaatlichung ein Argument. Nennt sich Sozialismus. Schauen Sie nach Venezuela.

    • Emil Eugster sagt:

      Sie vergessen; Wir das Schweizer Volk haben gewissen Aufgaben als Grundversorgung bestimmt. ZB. freier Zugang zu Informationen, Zugang zum Gesundheitswesen und deshalb bestimmt der Staat (das sind wir alle) Regeln im allgemeinen Interesse.
      Die Flugreise nach New York ist das nicht.

      • Michael Studer sagt:

        Ja, aber diese Grundversorgung ist bei der SRG ja eben nicht richtig bestimmt (wollte Leuthard mal machen, hats dann aber ‚vergessen‘) – deshalb haben wir ja dieses ausufernde Gebilde.
        Und die Grundversorgung wird ja dauernd an neue Gegebenheiten angepasst (zB Post, Telekom) und kann auch von privaten Unternehmen (Swisscom) erbracht werden. Daher ist das kein Argument! Pferdezucht für den Kriegsfall war auch mal ein Grundversorgungsauftrag, welcher abgeschafft wurde!

    • Lea Jacot sagt:

      Würde sofort wieder mehr fürs Telefonieren zahlen, wenn Cablecom, Sunrise, etc. mich dann nichtmehrmit Werbung nerven würden und die Abo’s wieder vergleichbar! Also ja, ruhig wieder verstaatlichen!

  • Max Oppliger sagt:

    Den Libertären geht es nur ums Geschäft. Das sagen sie natürlich nicht. Da müssen halt Argumente wie linke Journalisten, andere Informationsquellen, mangelnde Qualität, usw., herhalten, um selber ans Geld der Konsumenten zu kommen. Die Bedürfnisse der Regionen, Qualität, Kultur, Information, Solidarität, interessiert diese Leute nicht im Geringsten. Den Privaten fehlt es an Ressourcen, Knohow, aber das ist sekundär.

  • Gerhard Engler sagt:

    Herr Renz, Sie haben ein ganz wichtiges Detail übersehen: Strassen, Bahn etc. sind Staatsbetriebe. Die SRG ist KEIN Staatsbetrieb, sondern ein privatrechtlicher Verein. Deshalb war es bisher auch so, dass man die Empfangsgebühr nur zahlen musste, wenn man ein Empfangsgerät hatte. Ich hatte noch nie einen Fernseher und habe deshalb auch keine TV-Gebühr bezahlt. Ab 2019 ändert dies, dann gibt es eine staatliche Zwangsgebühr für einen nichtstaatlichen Sender. Das lässt sich nicht rechtfertigen, es gibt kein einziges anderes Beispiel für so etwas in der Schweiz. Das ist so ähnlich, wie wenn der Staat eine Gebühr einziehen würde für 20minuten und Blick am Abend.

  • H.Trickler sagt:

    Ja, es geht um Verlässlichkeit! Weil diese von der SRG nicht erfüllt wurde, stimme ich JA!

    • GEMPERLE Markus sagt:

      Wenn die SRG nicht verlässlich ist, welches Medium soll es sonst in der Schweiz sein?

      • Thomas Baumann sagt:

        Die NZZ, die gibt es schon seit ueber zweihundert Jahren! Und danach, den Tages-Anzeiger. Gibt es schon fast ebensolang! Eine solche Tradition ist Garant fuer Qualitaet. Dagegen ist die SRG immer noch ein „junger Schnuderi“.

  • Niklas Meier sagt:

    Ein sehr kurzsichtiger und kleingeistiger Blogbeitrag.
    Die Billagebühren können sich viele kaum leisten. Wenn man aber im Elfenbeinturm sitzt, dann ist das kaum zu erkennen. Und wenn man als gewöhnlicher Bürger die Gehälter und die Verschwendung der Zwangsgebühren sieht, dann ist es vorbei mit der Grossmütigkeit.
    Die „Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, Geborgenheit“ ist nur aus der Sicht ganz spezieller politischer Couleur vorhanden. Es gibt genügend gutgeheissene Beschwerden.

    Zusammengefasst sind Sie einfach für die Billaggebühren weil Sie das Programm in Ordnung finden, es gerade hipp ist und Sie sich dadurch moralisch erheben können. Das vor dem Hintergrund, dass Sie keinerlei finanzielle Nachteile dadurch habe.

  • Thomas Bauer sagt:

    …bin mit allem einverstanden. Aber warum wird der service public nicht mit argent public (Steuergelder) finanziert?

    • Emil Eugster sagt:

      Die Bürgerlichen und Rechtsnationalen wollen das genau so wenig, wie bei den Krankenkassen. Finanzierung gemäss Leistungsfähigkeitsprinzip – kein Problem.

  • Buser Andreas sagt:

    Das einzig Gerechte und Einfachste wäre den Service durch die Bundessteuern zu finanzieren.
    Deshalb No Billag

    • Gerhard Engler sagt:

      Nobillag verbietet aber, dass Radio/TV aus Steuergerldern finanziert werden.

      • Buser Andreas sagt:

        1. Der Bund kann Zahlungen zur Ausstrahlung von dringlichen amtlichen Mitteilungen tätigen.
        2. Unabhängigkeit ist nur gewährleistet, wenn Beiträge durch die tatsächlichen Konsumenten bezahlt werden( also die die sich das dann auch anschauen).
        Meiner Meinung nach hätte die SRG schon lange privatisiert werden sollen, statt der Swisscom.

        • Gerhard Engler sagt:

          Die SRG war schon immer ein privater Verein. Der Präsident der SRG wird z.B. von den Delegierten in der Vereinsversammlung gewählt und nicht vom Bundesrat ernannt. Die Angestellten der SRG haben normale Arbeitsverträge und sind keine Staatsangestellten. Was wollen Sie noch mehr privatisieren?

          • Buser Andreas sagt:

            Dann versteh ich erst recht nicht wieso ich einem privaten Verein Geld in den A. schieben muss für Unterhaltung die ich nicht konsumieren will.
            Nebenbei 1.-/Tag sind in 10 Jahren Fr. 3650.-. Das ist in etwa das, was ein Ehepaar fürs Bett/Schlafen (1/3 vom Leben) ausgibt. Viele haben weniger zur Verfügung und sollen sich trotzdem teure Unterhaltung leisten müssen. Das ist Nötigung.

    • Emil Eugster sagt:

      Das steht aber nicht im Initiativtext.
      Dort steht, genau das Gegenteil.
      „Art. 93 Radio und Fernsehen
      1 Die Gesetzgebung über Radio und Fernsehen sowie über andere Formen der öffentlichen fernmeldetechnischen Verbreitung von Darbietungen und Informationen ist Sache des Bundes.

      2 Die Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen sowie die Autonomie in der Programmgestaltung sind gewährleistet.

      3 Der Bund versteigert regelmässig Konzessionen für Radio und Fernsehen.

      4 Er subventioniert keine Radio- und Fernsehstationen. Er kann Zahlungen zur Ausstrahlung von dringlichen amtlichen Mitteilungen tätigen.

      5 Der Bund oder durch ihn beauftragte Dritte dürfen keine Empfangsgebühren erheben.

      6 Der Bund betreibt in Friedenszeiten keine eigenen Radio- und Fernsehstationen.“
      Punkt 4 & 6

    • Paul Levi sagt:

      Schade, dass so viele Leute keine Ahnung haben, was die NoBilag genau beinhaltet. Es geht nicht um eine Umstellung der Finanzierung. NoBilag bedeutet eine Abschaffung der SRG. Dem Bund wird sogar ausdrücklich verboten TV zu finanzieren. Mit NoBilag gibt es nur noch Privatfernsehen in der Schweiz.

      • Claus Koch sagt:

        Das stimmt nicht. Die SRG bleibt auch nach der Annahme von NoBillag erhalten. Nur muss sie halt den Gürtel enger schnallen.

        Lesen Sie den Text nochmals: «Er [Der Bund] subventioniert keine Radio- und Fernsehstationen».

        Der Bund darf keine *Stationen* subventionieren, er darf aber weiterhin einzelne Sendungen subventionieren, dann halt aus Steuergeldern.

        • Hans Hasler sagt:

          Genau. Und dabei wurde der Text noch nicht einmal kreativ ausgelegt. Es gibt viele Möglichkeiten Medienförderung zu betreiben nach einem No-Billag Ja, die den Initativtext vollständig berücksichtigen.
          Und dann gibt es eben auch noch die Möglichkeit so etwas wie eine Alpeninitative umzusetzen, bei der „keine“ und 650’000 Transitfahrten das gleiche ist. Wäre aber wohl unnötig, da es eben wirlich viele korrekte Möglichkeiten gibt.

          • Paul Levi sagt:

            In der Alpeninitiative steht nirgends, dass keine Transitfahrten erlaubt sind. Es steht: „Er begrenzt die Belastungen durch den Transitverkehr auf ein Mass, das für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume nicht schädlich ist.“

        • Paul Levi sagt:

          Das ist Augenwischerei! Wer meint, dass der Bund einfach Sendungen anstatt Fernsehstationen subventionieren kann, ist auf dem Holzweg. Wenn dadurch alles gleich bleibt, bis auf die Finanzierung, die dann über Steuern passiert, frage ich mich, wieso dann die Initiative nicht gleich nur die Finanzierung betrifft?

          • Claus Koch sagt:

            Nein, es bleibt eben nicht alles gleich. Die unsozialen Zwangsgebühren fallen weg. Der Bund finanziert dann die einzelnen Sendungen über Steuern. Wer mehr verdient, bezahlt mehr. Wer nichts verdient, bezahlt nichts.

        • Emil Eugster sagt:

          „4 Er subventioniert keine Radio- und Fernsehstationen. Er kann Zahlungen zur Ausstrahlung von dringlichen amtlichen Mitteilungen tätigen.“
          steht im Initiativtext.
          Das heisst, dass der Bund „dringlichen amtlichen Mitteilungen“, wie “ Im AKW Beznau hat eine Kernschmelze stattgefunden. Die Evakuationspläne haben versagt. Jeder schaut für sich selbst.“ tätigen und dafür bezahlen.
          Sie tun so als könne Er Samschtigs-Jass und Tagesschau weiter senden.
          Das kann er nicht.

  • Roberto Hermann sagt:

    Auf den Punkt gebracht! Vielen Dank für diesen Beitrag, Herr Renz.

  • Luca Pfister sagt:

    Was haben Ihre Bsp. mit NoBillag zu tun, bzw. diese mit einer „Entstaatlichung“? Ich nehme an, Sie benutzen ebenfalls Güter und Dienstleistungen welche durch diese Infrastruktur verteilt werden. Auch hat die Zwangsgebühr zur Finanzierung ausgewählter privater Medien nichts mit der Entwicklungshilfe zu tun. Kritik am Bund gibt es z.B dafür, weil die Verwendung solcher Gelder zu oft intransparent ist und leider schon mehrmals die Falschen profitiert haben, bzw. solche Gelder bspw. genutzt werden um in osteuropäischen oder afrikanischen Staaten dadurch die Grundlagen für das Wirtschaften von ausländischen Grosskonzernen geschaffen werden oder Kredite von ausländischen Banken abgesichert werden (was zur finanziellen Abhängigkeit der „unterstützen“ Länder führt, schön nach Agenda des IWFs).

  • Sandro Studer sagt:

    Schon wieder, wollt Ihr das nun bis im März so weiterführen? Es läuft eine richtige Propaganda auf allen Kanälen. Es bleibt dabei, das Ganze ist entgleist, zum Staatsauftrag gehören Abstimmungsergebnisse, Warnungen vor Gefahren und Nachrichten. Das kostet bestimmt nicht mehr als 50 Franken pro Haushalt und kann über die Steuern finanziert werden. Aber eben, die Herren in Bern wollten ja keinen Gegenvorschlag und so gibt es für mich nur ein Ja zur Initiative, für die Abschaffung der Gebühr.

    • Marco Marazzi sagt:

      Die Abschaffung der Gebühr ist eigentlich nicht das Ziel der Initiative sondern nur der Köder um die geld-sensible Kleinbürger zu übertölpeln . Das Ziel ist die Abschaffung der SRG als staatliches Instrument der Information. So zumindest steht wörtlich im Initiativtext!

    • Paul Levi sagt:

      Es ist aber nicht nur eine Abschaffung der Gebühr, sondern eine komplette Abschaffung der SRG. Wieso definieren Sie, was zum Staatsauftrag gehört? Die SRG sendet sehr viel Regionales und sehr vieles Schweizspezifisches, zudem auch noch sämtliche Sportsendungen. Solche Sendungen würden komplett wegfallen, da nicht finanzierbar.

      • Claus Koch sagt:

        Das ist nicht korrekt. Die SRG wird nicht abgeschafft, sie wird im Initiativtext nicht einmal erwähnt. Sie ist ein privatwirtschaftlicher Verein und kann weiter bestehen bleiben, einfach ohne das Zwangsgebühreneinzugs-Privileg.

        • Marco Marazzi sagt:

          Aus der offiziellen Seite der SRG/SSR , Seite „rechtliche Grundlagen“ : Die SRG untersteht nicht dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, weil sie ein nicht gewinnorientiertes Unternehmen mit einem öffentlichen Auftrag ist.
          Die zwei Aspekten ’nicht gewinnorientiert‘ und ‚öffentlicher Auftrag‘ machen aus der SRG/SSR ein service public. Also doch kein gewöhnlicher privatwirtschaftlicher Verein.

      • Thomas Baumann sagt:

        Na ja, Herr Levi, Sie definieren ja eigentlich auch, was zum Staatsauftrag gehoert. Naemlich viel mehr als gemaess Herr Studer dazugehoert. Beide definieren somit, da koennen Sie das Herrn Studer nicht vorhalten. Herr Studer definiert es explizit, sie definieren es einfach so: „Alles gehoert zum Staatsauftrag, was die SRG so macht.“

  • Marono Emilio sagt:

    Warum bezahlen wir für Fernsehen, das nur Werbung bringt?

  • Peter Wolf sagt:

    Ich schaue nicht sehr viel Schweizer Fernsehen, vor allem die Tagesschau und 10 vor 10, hier informiere ich mich über die Aktualität. Sonst schaue ich eher die deutschen Sender. Ich gehe voll mit Fabian Renz und seinen Beweggründen für ein Nein zu dieser Initiative einig. Wir wären das erste Land in Europa, das sich mit einem solchen libertären Virus anstecken lassen würde. Was würde nachher „liberalisiert“, sprich privatisiert? Die Wasserversorgung, die Kanalisation, die Spitäler, die Bahn? Die Engländer können ein Lied davon singen, wie das rauskommt! Mir geht es um die Schweiz mit ihren vielen Minderheiten und Sprachräumen, denn die alle würden verlieren. Die Privatwirtschaft wird das nie abdecken können, weil es nicht rentieren kann. Da zahle ich gerne die Gebühr! NoBillag NEIN!

  • Roland F. sagt:

    Guter Beitrag!
    Die im Bericht erwähnten Widersprüche lassen sich beliebig erweitern. Ich persönlich zahle Kirchensteuern obwohl ich weder an Gott glaube noch in die Kirche gehe. Doch ich weiss, dass mein Beitrag vielen anderen Menschen hilft.
    Und so werde ich auch für eine Billag stimmen.

    • Claus Koch sagt:

      Von den Kirchensteuern kann man sich abmelden. Von der Billag-Gebühr nicht. Sehen Sie den Unterschied?

      • Beat Schenker sagt:

        Können Sie doch, allerdings müssen Sie Beweisen das Sie weder einen Fernseher noch Radio haben.
        Sollten Sie ein Auto haben, die sind ja heutzutage alle mit Radio ausgerüstet dann wird die Beweisführung allerdings fast unmöglich.

  • Brünu sagt:

    Für mich am selstsamsten ist, das sich die Libertären als Bewahrer der Schweiz hervor tun und gleichzeitig alles zerstören wollen, das nicht ihrem neoliberalen Weltbild entspricht. Ausser bei den Bauern und der Armee, da ist Staatssozialismus vom Feinsten wieder willkommen.

  • Micha Weber sagt:

    Der Autor verkennt, dass lineares Fernsehen und Radio in spätestens 20 Jahren in der Bedeutungslosigkeit versunken sein werden – auch in Cumpadials GR. Dass sich die Allgemeinheit für Cumpadials GR einsetzt ist ja löblich – aber eine Milliarde pro Jahr für ein sterbendes Medium ist jetzt einfach zu viel!

    • Paul Levi sagt:

      Totgesagte leben länger. Warum muss jetzt die SRG komplett abgeschafft werden, ohne die Chancen zu haben, sich an die veränderte Welt anzupassen. Was nützt einem das Internet, wenn niemand die riesige Flut kanalisieren kann? Ohne Massenmedien nützt auch das Internet nicht viel.

  • Emil Eugster sagt:

    Die Aufgabe von privaten Firmen ist es Gewinn zu machen.
    Deshalb können sie viele aufgaben, die der Staat erbringt nicht nur nicht übernehmen, sondern dürfen ihn gar nicht übernehmen. Der Postautobetrieb nach Cumpadials müsste sofort eingestellt werden, wie auch die Verbreitung von terrestrischem Radio und Fernsehen in diesem Gebiet, da die Infrastruktur dazu niemals Kostendeckend aufrecht erhalten werden könnte.

    • Pedro Cadru sagt:

      Kein Mensch in Compadials (Weiler der der Gemeinde Sumvitg) braucht terrestrisches Fernsehen oder Radio, wenn denn nur endlich eine ausreichende Grundversorgung mit Internet erfolgt. Wenn die Leute da endlich mehr als nur Schweizer Staatsmedien empfangen können, wird auch die Abwanderung gestoppt.
      Für einen freien Rätier wie mich sind Sendungen aus Zürich nicht weniger ausländisch, als wenn sie von München oder Berlin kommen, und die wenigen rätoromanischen Sendungen kommen im falschen Idiom….

      • GEMPERLE Markus sagt:

        Die Leute in ihrem Dorf können alle Sender empfangen, über Satellit oder Internet, also ist abwandern nicht nötig.
        Wenn sie SRG und Rätoromanische Programme nicht von Ausländischen Stationen unterscheiden können würde ich mir abwandern auch überlegen.

        • Thomas Baumann sagt:

          Ja, das ist schon eine Krux mit diesem verflixten Minderheiten! Da gibt man ihnen SRG, sie wollen aber lieber Internet, damit sie auslaendische Sender schauen koennen.
          Solchen Personen muss man wirklich die Auswanderung aus dem Minderheiten-Gebiet nahelegen (wie das Herr Gemperle tut). Wie kann denn sonst die Willensnation Schweiz, welche auf der Solidaritaet mit den Minderheiten beruht, weiterexistieren, wenn die Minderheiten ploetzlich nicht mehr Minderheit spielen wollen und alles durcheinander bringen?
          Ach, wie ich diese Realsatire der SRG-Befuerworter liebe, wenn die Minderheiten nicht mehr brav tun, wie sie als gute Minderheit tun sollten!

  • G. May sagt:

    Ich schaue kein SRF oder höre Radio, ich hätte mit der Lösung „wer schaut bezahlt“ leben können. Aber da es nun heisst: „jeder zahlt kann ich verstehen, dass jemand sagt: „keiner zahlt“ – es gibt anscheinend nur noch diese beiden Lösungen – selber schuld.

  • Alex Müller sagt:

    Bei einem JA für die No-Billag Initiative wird es nicht lang gehen und die SVP dominiert die Medienwelt. Dann haben wir in der Schweiz nur noch Breitbart-News zum lesen. Die Ähnlichkeit von Steve Bannon und Christoph Blocher ist doch extrem.

    • Claus Koch sagt:

      Wieso kommt immer das Blocher-Schreckgespenst? In der Zeitungswelt gibt es ja auch nicht nur die Weltwoche? Und all die linken Milliardäre investieren auch gerne in Medien. Gigi Oeri finanziert zum Beispiel die Tageswoche.

    • Hannes H. Müller sagt:

      Einen SVP-Sender würden nicht mal alle Parteimitglieder nutzen.

    • Hans Hasler sagt:

      Lächerlich. Der Konsument muss ja kein Blocher-TV schauen. Tut er auch nicht. Provitieren würden wohl eher Private, die ähnlich berichten wie die SRG. (wobei einer dieser Privaten dann natürlich aus der SRG entstehen wird – insbesondere im Radio-Bereich).
      Gerade Geldgebenr wie Blocher, News-Portalen wie Breitbart oder Propaganda-Sendern wie RT kann es egal sein ob die SRG existiert oder nicht. Die leben davon, dass diese „offiziellen“ Informationen der „MSM“ abgelehnt werden.
      Eine SRG hilft da nichts.

      • Paul Levi sagt:

        Klar würde Blocher profitieren. Denn ohne SRG als Konkurrenz wäre es natürlich viel einfacher, selber Fernsehsender zu betreiben, die dann eine höhere Reichweite erreichen. Ein Nische nützt nichts für die grosse Politik. Berlusconi hat es ja vorgemacht. Ohne seine Sender wäre er nie so lange an der Spitze geblieben, ohne wirklich irgendwas zu bewegen.

  • Peter Waldner sagt:

    „Libertär“ also. Schon damit disqualifiziert sich der Autor. Es gibt für ihn (für alle, die momentan gegen die Initiative argumentieren) zwischen „Schwarz“ und „Weiss“ nichts. Extrem-politische Einstellung (links wie rechts) ist wie Farbenblindheit.
    Regierung+Parlament könnten Alternativen aufzuzeigen; einen Gegenvorschlag ausarbeiten. Nicht einfach nur Tarife zu senken und so zuzugeben, dass man uns bisher abgezockt hat.
    Das Fass zum Überlaufen hat die generelle Gebührenpflicht für Haushalte und Firmen gebracht. Trotzdem soll diese versteckte Steuer nicht über die Bundessteuer eingezogen werden, sondern weiterhin von einer teueren Privatorganisation. Kommt dazu, dass (nebst den tatsächlich „staatlich“ relevanten Sendungen) der gleiche Mist wie auf Privatsendern läuft.

  • Rolf Hefti sagt:

    Natürlich ist auch die Tatsache, dass die Welschschweiz von der Deutschschweiz enorme Geldzahlungen erhält, ohne sich selber diesen Verhalt, in Echt bewusst werden zu wollen ,(Dankbarkeit !) sich auch um ein noch zu diskutierendes Thema handeln könnte ! Natürlich kann das in der Welschweiz erst nach einem Ja zu No Billag begriffen sein werden.

  • Claus Koch sagt:

    Eigentlich disqualifiziert sich der Autor mit dem Titel des Beitrags bereits selbst, weil er versucht, die Gegner der Finanzierung per Zwangsgebühr in eine bestimmte Ecke zu stellen. Trotzdem habe ich mir die Mühe gemacht, den Text zu lesen. Als Argument bietet er vier Attribute: «Vertrauen, das Gefühl von Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, Geborgenheit». Mit genau den gleichen rückwärtsgewandten Argumenten wurde damals auch gegen die Privatisierung der Telekommunikation gekämpft. Wäre Telecom PTT immer noch staatlich, müssten wir wohl noch heute Telefonapparate zum Wucherpreis mieten, müssten wir jederzeit damit rechnen, dass ein PTT-Kontrolleur unangemeldet vor der Türe steht. Das löst bei mir keine Geborgenheit aus, sondern Abscheu. Schneiden wir den alten Zopf endlich ab!

  • Lucien Michel sagt:

    Es geht bei dieser Initiative nicht um die Billag sondern um die Abschaffung unseres öffentlichen Radios und Fernsehen SRF mit Sendungen auf höchstem Niveau wie Morgenjournal, Echo der Zeit, Rendez-Vous, Tagesgespräch, Kontext, Regionaljournal, Wissenschaftsmagazin, Passagen, Jazz und World aktuell, Hörpunkt, 52 Beste Bücher, Kultur kompakt und vieles mehr. Das alles würden wir verlieren bei Annahme. Kein Netflix, kein Sender von Gnaden supperreicher Politmissionaren an der Goldküste und keine dilettantische Lokalradios/tvs könnten das leisten, wir wären auf ausländische, hauptsächlich deutsche Sender, die auch von Bürgern, einfach ‹andern› bezahlt werden und denen schweizerische Belange recht egal sind, angewiesen.
    Die Annahme dieser Initiative wäre tatsächlich eine kolossale Dummheit.

  • Claus Koch sagt:

    Um beim Bild des Autors zu bleiben: Der aktuelle Zustand einer übermächtigen SRG mit 24 Sendern würde bedeuten, dass das Postauto nach Cumpadials GR im 10-Minutentakt mit luxuriösen Mercedes-Doppeldeckerbussen verkehren würde. Und natürlich würden dafür alle Haushalte der Schweiz, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten, zur Kasse gebeten. All das nur für das gute Gefühl? Fernsehunterhaltung mit den grundlegenden infrastrukturellen Aufgaben des Staates zu vergleichen, ist schon sehr weit hergeholt. Vor allem da Radio und Fernsehen aussterbende Medien sind. Wir haben jetzt die Chance, die unsoziale Zwangsgebühr zu schleifen. Seien Sie ausnahmsweise mal solidarisch, lieber Herr Renz.

  • JT sagt:

    Erstaunliches Bashing der Liberalen…
    Die einen erhalten die Kunden freihaus und die anderen erhöhen direkt oder indirekt die Einnahmen/Kunden. Zentral ist bei beiden das Bevölkerungs- bzw. Firmenwachstum.
    Interessanterweise tragen beide nichts dazu bei, sondern hoffen auf die Wirtschaft und deren schöpferische Kraft.
    Deshalb stellt isch die Frage: Wieso müssen die Mitarbeiter der SRF/SRG und die Bundesangestellten bei den höchsten Durchschnittsverdienern sein. Versteh ich nicht!
    Weniger Geld fördert bekanntlich die Kreativität.
    Deshalb ein JA für die NO Billag, denn weniger Geld würde hoffentlich bei einer staatlich geförderten Institution (wie im sehr persönlichen KMU-Umfeld) zum potentiellen Nachdenken beitragen.

  • Hans Meier sagt:

    Ich habe meine Meinung schon längstens gebildet und stimme ganz klar Ja zu No-Billag!
    2 meiner Argumente
    – Radio und Fernsehen konsumieren ist etwas komplett Freiwilliges und Optionales, da braucht es keine Finanzierung über Billag-Gebühren. Wer das will, soll dafür zahlen.
    – Die Vergleiche mit der Solidarität, wie z.B. „Ich fahre kein Auto aber stimmte für den NAF“ sind schlichtweg falsch: Die Strassen- oder auch Bahninfrastruktur ist für die Schweiz überlenswichtig, Fernsehen oder Radio nicht. Ohne SRG kann die Schweiz sehr wohl existieren

  • Arthur King sagt:

    Lesen Sie bitte „Etienne de la Boetie: discours de la servitude volontaire“ (1574) und Sie werden sehen, was mit Ihnen los ist. Die Freiwillige Knechtschaft ist den Menschen eingetrichtert, vielleicht wohl eingebacken, wenn ich Ihren Artikel lese.
    Uebrigens: ich bin gegen jeden Zwang, gehe deshalb so viel wie möglich den „Behörden“ und „Politikern“ aus den Weg. Ich habe mit denen nicht so viel am Hut. So wie Sie sich als Abweichling fühlen, so stelle ich mich auch lieber neben der Gesellschaft als über oder unter sie.

  • Stefan Fink sagt:

    Ich werde die No-Billag-Initiative annehmen, da ich weiss, wie mit den Geldern bei SRG umgegangen wird. Auch finde ich die Gebühren zu hoch. Des Weiteren ärgere ich mich über die fortlaufenden Gebührenerhöhungen seit 1990. Hier hat unsere Regierung einmal mehr alles verschlafen oder wollte es aussitzen. So geht es einfach nicht. Kommt hinzu, dass man nach einem Umzug von Billag-Mitarbeitenden als Straftäter hingestellt wurde. Am ärgerlichsten fand ich die klangheimliche Gesetzesänderung. Jeder der ein Gerät für den Empfang von Radio oder TV im Haushalt hatte, war gebührenpflichtig. Dies schloss Smartphones oder Internet-Anbindung mit ein. Für mich sind dies mafiöse Methoden zur Steuereintreibung bei der praktisch jeder Bürger in der Pflicht steht. Ich habe genug von solchen Machenschaften!

  • Thomas Schneider sagt:

    Beide Seiten irren, und ein vernünftiger Kompromiss fehlt hier offensichtlich. Natürlich braucht es ein staatliches Schweizer Fernsehen; aber die Finanzierung über Kopfsteuer-ähnliche Gebühren, die viel zu hoch sind und weiterhin stark ansteigen werden, ist untauglich – ein sozialpolitisches Unding.
    Dass derselbe Sendeschrott, der via Privatsender gratis konsumiert werden kann, auch von SRF Zwei erworben und ausgestrahlt wird, und dass die Kosten dafür sämtlichen Bürgern aufgezwungen werden, auch wenn diese das betr. Angebot gar nicht möchten, ist absurd. Hier ist offensichtlich ein grosses Einsparungspotential vorhanden, und ein vernünftiges Finanzierungsmodell wäre ebenfalls grundsätzlich möglich. Ein Vollprogramm pro Sprachregion ist ausreichend und über Steuereinnahmen finanzierbar.

  • Dieter Jann sagt:

    Als Zürcher habe ich keine Probleme mit No-Billag. Nun ja, ich werde mich weiterhin über die ewigen Wiederholungen, Werbeunterbrüche und dumme Werbung bei SRF und den Privaten ärgern müssen. Das ist allerdings ohnehin unausweichlich. Ich kann ja auf das Internet ausweichen. Als Schweizer habe ich da schon meine Probleme. Da würden dann einfach viele Landesteile und vor allem auch ältere Generationen abgekoppelt. Entschieden wird das in den Kantonen. Es bedarf eines Ständemehrs.

  • Anton sagt:

    Staatliche und privatwirtschaftliche Kolosse haben oft grosse Mühe zu Erkennen, wann der Zenit des Ausbau erreicht ist und ein Schrumpfen zurück zum Maximum angebracht wäre. Das in diesem unseren Fall mit der radikalen Volksinitiative den gnädig durchschlauchten Hochwürden das Zepter streitig gemacht werden muss ist zwar doch meines Erachtens allzu krass, aber es wird die Aufmerksamkeit in den Teppich Etagen als auch inbesondere im diesbezüglichen Bundesrat Departement klarer fokussieren, um mehr auf die effektiven Bedürfnisse und Verhältnisse des Landes einzugehen und entsprechend zu handeln bzw. zu preisen..

  • Ernst Siegenthaler sagt:

    Es ist halt schon so, den Homo Oekonomius gibt es halt nicht wie in der veralteten Lehre. Heutige Wissenschaftler beziehen auch in der Wirtschaft Wissenschaft Psychologen bei, weil der Mensch meist nicht so rational handelt wie Leute wie die NoBilag Initiative gerne hätten. Ich werde auch ein Nein einlegen mit genau den Argumenten aus diesem Beitrag. Bin eben ein Mensch und nicht ein Homo Oekonomius.

  • Lucas Cannolari sagt:

    Ich hoffe der Autor hat mit seiner Vorhersage recht. Der Schweizer liebt Beständigkeit, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit.
    Allerdings hat der Autor vergessen, dass viele Schweizer auch ihr eigenes Portmonee über alles lieben! Und wenns darum geht, werden sie blind und komplett beratungsresistent. So glaubt ein grosser Teil der „no Billag“ Befürworter, es ginge bei der Initiative um die Abschaffung der Billag und um eine Änderung des Finanzierungsmodels. Jeder darf für „no Billag“ JA stimmen. Aber jedem muss klar sein, dass diese Initative die Abschaffung öffentlicher TV-Stationen verlangt, explizit und radikal. Es geht nicht um eine Reduktion der Gebühren oder Änderung der Erhebung. Hätte man das gewollt, wäre die Iniative anders fomuliert. „No Billag“ ist irreführend!

    • Hans Hasler sagt:

      Hat die Schweiz öffentliche TV-Stationen? Gemäss SRG – Nein. Damit kann die Abschaffung einer öffentlichen TV-Station rein logisch gar nicht gefordert werden. Es gibt keine. Nur ein zwangsfinanzierter TV-Verein.

  • Hannes H. Müller sagt:

    Ich habe aufgehört, SRG zu nutze, seit es Internet gibt, mit online Zeitungen wie dieser, und direkten Zugang zu Informationen. Wenn mich etwas interessiert, kann ich das heute vertiefen ohne SRG, und bei technisch-wissenschaftlichen Fragen ist es dann oft so, dass ich bei Journalisten einen etwas hilflosen Wissensstand konstatiere. Beim Tagi zahle ich freiwillig, überlege mir das jedesmal, aber Zwang wie bei SRG lehne ich ab.

    Weiter stelle ich in den Diskussionen mit SRG-Leuten einen paternalistischen, belehrenden und moralisierenden Ton fest. Eine solche Haltung ergibt keinen guten Journalismus.

    SRG war mal eine sinnvolle Sache, heute ist deren Zeit vorbei.

  • Marius Lohri sagt:

    Geborgenheit und Verlässlichkeit entstehen durch aufmerksames Beobachten und bedachtes Handeln jedes Einzelnen. Dafür braucht es keine SRG.

  • Marc Bachmann sagt:

    Und welches sind denn die Irrtürmer der reaktionären No Billag GegnerInnen?

  • Duc Honoré sagt:

    Leider wurde aus Überheblichkeit die Chance verpasst, eine Gegeninitiative zu formulieren, welche einen guten Kompromiss darstellt: Eine deutlichere Kostenreduktion (Budgethalbierung) ohne die Existenz der SRG und der vielen regionalen Spartensender zu gefährden, zurück zum eigentlichen Auftrag, dem Service Public, mehr politische Ausgewogenheit, mehr Schweiz.

    Ich werde aus Pragmatismus gegen „No Billag“ stimmen. Für 365 Franken im Jahr bekommt man in einem freien Markt praktisch nichts. Bereits ein Zeitungabo kostet mehr. Bei Netflix und Spotify bekommt man nur teure Dosennahrung, keinerlei Service Public.

    Weiter reduzieren kann man auch mit einer nächsten Initiative noch. Wiederaufbauen geht nicht.

  • Duc Honoré sagt:

    Vielleicht kann mir einer der Initianten hier erklären, weshalb man die Initiative so ungeschickt formuliert hat? Man hätte der SRG ein (tieferes) Globalbudget (z.B. halbes Budget von heute), finanziert aus Steuern, vorgeben können. Dann wäre man vom Übel einer Kopfsteuer weggekommen. Eine Kopfsteuer ist immer ein Anreiz für mehr Zuwanderung und Bevölkerungswachstum! Man hätte auch festschreiben können, dass die kleinen Spartensender, wichtig für die Regionen, nicht weniger bekommen als heute. Man hätte bestimmen können, dass das Globalbudget nur für echten Service Public verwendet werden darf (Spielshows kann das Privatfernsehen machen), dass das Führungsgremium politisch ausgewogen sein muss, statt von Mitte und Links.

    • Beat Schenker sagt:

      Das ist doch Absicht, genau wie bei den vielen SVP Initiativen die etwas sagen aber genau genommen die Bilateralen im Visier haben.
      Die Leute sollen etwas glauben das nichts mit dem wirklichen Ziel zu tun hat, darauf fallen Sie einfacher rein.

    • Marc Bachmann sagt:

      Einen Gegenvorschlag wäre Sache des Parlament gewesen, dass sich aber weigerte. Bundesbern will alles oder nichts. Man kann in eine Initiative keine Details schreiben und die Zeit ist nun auch abgelaufen für Detailbesprechungen. Es braucht ein JA, nur dann wird sich Bundesbern bewegen und SRG zaubert evt. doch noch einen Plan B aus dem Hut. Ansonsten geht SRG eben ein, was überhaupt kein Welt- und Schweizuntergang bedeutet.

      • Beat Schenker sagt:

        Und natürlich wir im Tessin auf RAI und Berlusconi angewiesen, aus dem einfachen Grund das der Kanton zu klein ist um genügend Leute zu finden die bereit wären mehr als bei der Billag im Spiel sind zu zahlen um ein Minimum an Information zu bieten.
        Die Finanzen des Kantones können sich so was auch nicht leisten.
        Aber wenn es um die Einwanderung geht dann ist man froh um die im Süden die seit Jahren (nicht erst seit EU) ein Problem haben, nicht mit den Einwanderer, sondern mit den Grenzgänger die zum Teil Segen aber auch dessen Problem sind. Mit Löhnen die bedeutend tiefer sind als im Rest der Schweiz müssen wir mit den selben Lebenskosten über die Runde kommen.
        Ohne diesen Stimme man heute nicht über die Regierung lästern könnte.
        Soll das der Berühmte Zusammenhalt der Schweiz sein?

    • Peter Reich sagt:

      Haben sie gesehen was mit der BBC passiert ist als die ihre Gebühren für 10 Jahre nicht mehr erhöhen konnte. Das ist begleitetes Sterben, auch die 365Fr. werden keine 5 Jahre bestand haben. Nur eine volle Umstellung auf alternative Finanzierungen und Abos ermöglicht noch Wachstum. Pay-TV. Es ist besser mit einem vollen Neustart für die SRG.

  • Charlotte sagt:

    Es ist an der Zeit, dass dieser Wasserkopf SRG mit seinen Privilegien fällt. Ein NEIN heisst eben nicht eine Auflösung der SRG, sondern eine REDimensionierung.
    Die Presse und alle Profiteure dieses Systems tun Alles, um die Bevölkerung falsch zu informieren und zu bedrohen, der Zusammenhalt, Kulturvielfalt etc. gehe verloren. Dem ist aber nicht so, im Gegenteil, durch ein JA bekommt die SRG die einmalige CHance sich neu zu positionieren.
    Was viele Leute in der Schweiz gegen die SRG aufbringt ist, dass die SRG zu stark linkslastig ist, sprich eben nicht neutral.
    2 Beispiele gefällig – die Debatte von Protz in der Arena mit Dr.Daniele Ganser – und die unangebrachten, ausfälligen Kommentare in der Wahlnacht der USA des Präsidenten Trump. Die unangebrachten, hohen ZWANGS-Gebühren NEIN.

  • Christoph sagt:

    Das ist ja alles schön und gut und rational argumentiert, hat nur einen Haken: Mit dieser Argumentation nimmt man die offizielle Begründung der NoBillag-Initiative fälschlicherweise ernst. Es geht aber nicht um Gebühren oder ökonomische Fragen: „NoBillag“ ist ein trojanisches Pferd. Im Bauch von „NoBillag“ steckt „NoDemokratie-Kontrolle“. Mit „NoBillag“ soll unter dem Deckmantel der Gebührenfrage eine neutrale, hochqualitative Kontrollinstanz der Schweizer Demokratie ausgeschaltet werden. Ein Sieg bei NoBillag soll das Fanal für den Durchmarsch der SVP-Rechtsnationalisten sein. Denn wenn der „Markt“ die Medien regulieren soll, dann kommen in den Medien die finanzkräftigsten Akteure zum Zuge – BlocherTV lässt grüssen.

    • Marc Bachmann sagt:

      Und Herr Blocher hätte nicht schon längst ein viel grösseres Blocher TV machen können, da es ihm bekanntlich ja am nötigen Kleingeld fehlt?
      Das Argument „Angst vor Blocher-TV“ ist kein sachliches Argument gegen die NBI. Damit will man nur Stimmung gegen die SVP und Hr. Blocher machen und hofft so mit diesem Scheinargument die NBI bodigen zu können.
      Wollen Sie auch noch sagen, sobald es keine SRG mehr geben würde, schauen alle, ganz speziell die politisch linken Kreise, nur noch Blocher-TV und lassen sich so ihr Gehirn waschen? Wie absurd ist denn das?

    • Thomas Baumann sagt:

      Super Christoph, wie glatt Sie doch die Zukunft voraussagen koennen. Da Sie so gut die Zukunft voraussagen koennen, wissen Sie sicher auch, welche Wertpapiere man gerade kaufen soll. Also mit grossem Hebel investieren und mit dem erworbenen Batzen koennen Sie schon bald ihren eigenen Sender starten. Das gilt natuerlich nicht nur fuer Sie, sondern fuer alle SRG-Fans, welche offenbar so gut die Zukunft voraussehen koennen. Die finanzielle Rettung der SRG durch diesen privaten Propheten-Kreis waere ja dann auch gar kein Problem mehr.

  • Thomas Guldener sagt:

    Ich finde es witzig, dass eine der unsozialsten Möglichkeiten ein Fernsehen oder ein Radio zu finanzieren mit anderen sozialen Errungenschaften im Lande verglichen werden. Die Gebühr belastet eine alleinstehende Verkäuferin etwa 10 mal stärker als ein alleinstehender Top Manager. Dies alleine ist schon ein Grund, wieso die Gebühr fallen sollte.
    Sender brauchen heute auch keine Subventionen mehr. Dies zeigt alleine die Tatsache, dass noch weitere Sender neben der SRG existieren.
    Wenn wir die mediale Vielfalt in der Schweiz fördern wollen, dann brauchen wir Vorfinanzierung und Risikofinanzierung für Schweizer Produktionen und dies senderunabhängig. Wieso denkt niemand darüber nach, die Filmförderung umzuwandeln und mit neuen Mittel aus sozial sinnvolleren Quellen zu versorgen?

  • Hans Bernegger sagt:

    Schwache Argumentation, allein schon aufgrund der Tatsache, dass es in Cumpadials kein Postauto gibt. Die Aufgabe der SRG wird sein, das Unternehmen so umzustrukturieren, dass auch der Herr Renz den einen oder anderen Franken für ihr Produkt ausgibt, z.B. mal per Pay-per-View ab und zu eine Folge Rundschau für 1.50 anschaut, oder indem die SRG ihm Bündelangebote bietet (10 h pro Monat SRG, NZZ und Tagi online zusammen für 40.- pro Monat) oder ein Admeira-Paket 20h SRG, Swisscom-Internet und Ringier-Presse für 100.- . Wir leben in Zeiten der Medienkonvergenz, wo eh alles online ist und man sich zunehmend in die Quere kommt. Wenn wir öffentliche Medienförderung betreiben wollen, dann doch lieber für die wichtigen regionalen Printmedien als für Masturbationstipps-Sendungen auf SRF.ch.

  • Oliver van der Waerden sagt:

    Interessanter Beitrag, jedenfalls mal ehrlich. Auch wenn ich die Meinung des Autors hinterfragen muss. Entweder ist die SRG ein Staatssender – also so etwas wie Russia Today. Oder sie ist ein privater Sender, wie CNN. Oder eine Mischung von beiden.
    Wieso ich mir meine eidgenössische Solidarität oder mein Gefühl der Beständigkeit ausgerechnet bei einem Staatssender, einem Privatsender oder einer Mischung aus beiden einkaufen soll, verstehe ich jedenfalls nicht. Erweckt ein Fernsehsender so eine Art Urvertrauen beim Autor ?

  • Res sagt:

    Was ist mit den alten und betagten Leuten in der Schweiz?
    Für viele ist das SRG Angebot mit TV und Radio Sendungen noch die einzige heimatliche Abwechslung und Unterhaltung im Alltag.
    Sie verstehen oft schon heute nicht mehr, wie sich alles geändert hat.
    Aber klar, nehmen wir doch unseren Vorab Generationen noch das letzte Hemd.
    Unsere Kinder machen dann ähnliches mit uns. Wie gehabt und gelernt von den schlauen und tüchtigen, aber scheinbar herzlosen sowie geizigen NoBillag Fans.

  • Heinz Weber sagt:

    Das Fernsehprogramm ist zu etwa 90% schlecht, seicht und langweilig.

  • Peter Reich sagt:

    Herr Renz,solidarität durch einen Zwang ist in Wirklichkeit ein Wiederspruch und nicht ein freiwilliges Abo um etwas zu unterstützen, schon gar nicht skurril.
    Es kann einfach nicht angehen dass der Staat den Menschen Geld wegnimmt und es einfach umverteilt ohne die Kosten in frage zu stellen gerade das greade das Fernsehen ist fürstlich subventioniert. Aber sie sollten ihre kognitive Dissonanz überwinden mit einem ja zur No Billag , weil da ein paar Franken und da ein paar Franken halt doch viel Geld am Ende vom Jahr sind. Eine Gesellschaft funktioniert besser wenn die Menschen selber entscheiden für was ihr Geld ausgeben.

    • Res sagt:

      Stimmt, Herr Reich. Eine Gesellschaft zerfällt besser (langsamer), wenn Sie vertrauensvoll weiss von welchem Metzger (Bund / SRG) die Infos (TV + Radio) kommen.

  • Thomas Baumann sagt:

    Ja, die gute alte Schweiz, wo jeder die Chance auf eine sinnvolle Arbeit hatte und es auch erwartet wurde, dass er damit seinen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlergehen leistete. Und es einen verlaesslichen Staat und ebensolche (para-)staatliche Unternehmen gab. Dieses schoene Reduit-Schloss ist mittlerweile eine halbzerfallene Ruine, ein paar Pfeiler stehen noch (z.B. SBB) aber der Rest ist nur noch Schutt. Heute ist die Schweiz ein gigantisches Beachaeftigungsprogramm, weil es kaum mehr etwas Sinnvolles zu tun gibt, 80% der Gueter werden ja heutzutage von 200 Millionen Chinesen hergestellt, mehr braucht es dazu nicht, dazu noch ein paar Bauern in Australien und USA.
    Insofern ist die SRG kein schlechtes Beschaeftigungsprogramm, nur die unsoziale Finanzierungsart ist eine Katastrophe.

  • Don Prom sagt:

    Einziger Fehler im Artikel, Cumpadials gr erreicht man mit dem Zug und nicht mit dem Postauto 😉

  • Hansruedi Tscheulin sagt:

    2 Irrtümer des Fabian Renz. Erstens liefere die SRG „hochwertiges Fernsehen“. Nach der Meinung von Bekannten (ich selbst bin kein Fernseher) stimmt das nicht. Themen wie der angeblich vom Menschen verursachte Klimawandel, der heuchlerisch „Freundschaftsvertrag“ genannte geplante Unterwerfungsvertrag mit der EU, die prekären Träumereien zur „Energiewende“ und der Einwanderungsschlamassel würden nicht oder dann nur so gestreift, dass es ihrer Vorgesetzten nicht gegen den Strich gehe. Zweitens kann es gute Information ohne Zwangsfinanzierung geben; eigentlich gibt es gute Information NUR OHNE Zwangsfinanzierung.

  • Kritisch denkender Mitbürger sagt:

    Hier wird erzählt von Verlässlichkeit und der von sicheren Werten vermittelter Geborgenheit, für welche es letztendlich irrelevant ist in welche Richtung diese Werte zeigen. Das hat so durchaus seine Richtigkeit jedoch unterliegt der vermeintlich Weiterdenkende hier einem krassen Denkfehler. In der Verhaltenswissenschaft nennt man sowas mit Fachbegriff: „Treffen eines logischen Rückschlusses aus einer nicht umkehrbaren Aussage resultierend im logischen Trugschluss“. Situationsbezogen heisst das, welche Wertebildung dies SRG über die Jahre verhindert hat und wieviel mehr diese Wertebildung sich für die Demokratie ausgezahlt hätte wird genauso wenig Diskutiert, wie die künftige Wertewahrung in Zeiten des Wandels. Das ist weder kritisch noch fortschrittlich sondern nutzlos und unkreativ.

    • Beat Schenker sagt:

      Ja da gab es doch schon einmal so was ähnliches, ziemlich genau vor 25 Jahren.
      Blocher’s Spezial Journal zur EWR Abstimmung die war doch „kritisch und fortschrittlich“.
      Das eben nicht alles einer genaueren Prüfung standhalten würde kann man ja glatt übersehen, immerhin Er hat die Leute (in seinem Interesse) umfassend Informiert.
      Ja dann viel Vergnügen aber vielleicht sagt auch jemand wo ich sonst ein Quelle finde bei der alle mehr oder weniger gerecht Ihre Argumente sagen dürfen.
      Das Internet ganz sicher nicht, da gibt es nur tendenzielle Information, es liegt dann an Ihnen mit etlichem Aufwand heraus zu finden was Sache ist.
      Die famose „Pizza Shop“ Geschichte geistert noch immer herum und das mit Erfolg da ja immer wieder jemand das als Argument gegen Gegner verwendet.

  • Heike Matuszak sagt:

    Ein steuerfinanziertes Fernsehen- und oder Medienprogramm kommt letzendlich den Sendern zugute zu Lasten aller Bürger. Wer nachweislich auf alles verzichtet, in der heutigen Zeit, sehr schwer vorstellbar, sollte natürlich befreit sein. Wobei das Lesen digitaler Nachrichten sehr umweltfreundlich ist. Wer konsumiert sollte für sein Programm an Unterhaltung natürlich auch zahlen. Ein brisanters Thema der Dauerbrenner, das staatliche Fernsehen. Das Gesampaket halte ich real, auch wegen der Kontrolle, für sehr schwer umsetzbar. Wer nur für sein Programm zahlen möchte, es wäre angemessen. Was würde es letzendlich preislich für einen Unterschied machen? Für mich ein Streit der unterschiedlichen höchst anspruchsvollen Köpfe. Wie würde man es dann wieder mit den Radiosendern organisieren? ;:)(

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